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Schutz der Augen vor Haram

23. Schewwal 1443 / 04. Juni 2021

Liebe Muslime!

in meiner Hutbe spreche ich heute über den Schutz der Augen vor Haram.

Allâh Teâlâ hat uns über Seine Enbiyâ und Seine Offenbarungen wie dem Kur’ân-ı Kerîm erklärt, dass der Mensch nicht sinnlos auf die Welt gesandt worden ist und eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen hat. Auch hat Allâh alle Dinge im Universum bis zum kleinsten Detail einer bestimmten Ordnung unterworfen; ein System geschaffen.

Einer der größten Gaben Allâhs ist unzweifelhaft unser Augenlicht. So heißt es in einem Hadîs-i Scherîf: “Allâh Teâlâ spricht: Wenn ich meinen Diener mit Blindheit prüfe und er daraufhin demütig und standhaft ist, so werde Ich ihm für sein Augenlicht die Dschennet geben.“ In einem anderen Hadîs-i Scherîf spricht Rasûlullâh (s.a.w.): „Kein Mensch erfährt ein größeres Unheil als den Verlust seines Augenlichts – ausgenommen der Verlust seines Îmâns.“

Wir sollten daher unsere Augen und all die anderen Organe, die uns von Allâh gegeben wurden, im Sinne des allmächtigen Schöpfers nutzen. Es gibt viele Âyets im Kur’ân-ı Kerîm und viele Hadis-i Scherifs, die uns darlegen, wie wir die Augen im Sinne Allâhs nutzen können. So spricht Allâh Teâlâ in der Âyet 30 der Sûre en-Nûr: “Sprich zu den gläubigen Männern, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Keuschheit wahren. Das ist reiner für sie. Wahrlich, Allâh ist dessen, was sie tun, wohl kundig.” Das heißt für uns: “sowohl auf der Straße als auch zuhause sowie beim Besuchen der Häuser anderer Leute sollte man mit den Augen Dinge oder Leute anstarren. Wir sollen uns hüten vor dem Blick auf Dinge, die haram und unangemessen sind.”

Aus diesem Grunde sollten wir uns angewöhnen wegzusehen, wenn wir etwas erblicken, das für einen Muslim oder eine Muslima unpassend ist. Dies ist eine Verhaltensweise, die uns bei Allâh nicht in Verantwortung bringt und die zu Sevab, also zur Belohnung bei Allâh führt. Es ist eine Verfehlung, eine Sünde wenn wir unsere Augen nicht abwenden oder gar weiter hinstarren. Denn Rasûlullâh (s.a.w.) sprach einst zu seinem

Vetter und Schwiegersohn Hazret Alî (k.v.) diese Worte: “Der zweite soll dem ersten Blick nicht folgen. Denn der erste Blick spricht für dich, der zweite Blick aber spricht gegen dich.” In einem anderen Hadîs-i Scherîf erklärt Rasûlullâh (s.a.w.) welch große Verfehlung es ist, etwas anzusehen, das haram ist: “Zinâ (Ehebruch) der beiden Augen ist der Blick (auf Dinge, die haram sind).”

Verehrte Muslime,

gerade in unserer heutigen Zeit, in der Unsittlichkeit und fehlende Barmherzigkeit verbreitet sind und die Menschen auch noch tagtäglich dazu ermuntert werden, ist es besonders wichtig darauf zu achten unsere Herzen rein zu halten und somit unser weltliches und spirituelles Leben nicht zu verunzustalten.

Der große Gelehrte Ebu’l-Faruk Süleyman Hilmi Tunahan (k.s.) hat einmal dieses Thema in einem seiner Predigten zur Sprache gebracht und folgendes gesagt:

“Wenn ihr aus euren Häusern hinausgeht, vergisst nicht, ich bitte euch, eindringlichst darum: spricht (diese Duâ):

‘Lâ ilâhe illAllâhü wahdehû lâ scherîke leh. Lehü’l-Mülkü ve lehü’l-Hamdü, yuhyî ve yümît, wehüwe hayyun lâ yemût, biyedihi’l- hayr ve-hüwe alâ külli schey’in kadîr’.

Wer diese Dua aufsagt, der bekommt eine millionenfache Belohnung und eine Million seiner Sünden werden ihm vergeben.
Alle Hadisgelehrten haben sich erstaunt gezeigt und waren voller Aufregung, warum Rasûlullâh (s.a.w.) diese Duâ in dieser Form empfohlen und diese Sevab angekündigt hat. Am Ende kamen sie zu diesem Schluß: Wenn die Menschen aus ihren Häusern hinausgehen, werden sie auf den Straßen und Märkten Zeugen von vielen schlimmen Dingen und verfallen in viele Verfehlungen. Als Zeichen der Schefaat-ı Azim, der ungleich großen Fürsprache Rasûlullâhs (a.s.) wird Allah Teala all die an jenem Tage begangenen Sünden angesichts dieses Duas vergeben.

Meine Herren, lernt diese Duâ auswendig und bringt es euren Kindern und Familien bei!”

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