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Der verehrte Monat Ramadan
27. Schaban 1442 / 09. April 2021

Verehrte Muslime!

Dank der Gunst Allahs dem Allerhöchsten erreichen wir am kommenden Dienstag inschallah wieder einmal den Monat Ramadan. Bereits am Montagabend, verrichten wir das erste Tarawih-Gebet. Allâh der Allerhöchte spricht im edlen Koran (2:185): “Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klare Beweise der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten. Und wer krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (fasten)...“

Die Vorzüglichkeit des Ramadans kann ohne Zweifel der hochgebenedeite Gesandte Gottes am besten beschreiben. Wie zum Beispiel im folgenden Hadis, den er kurz vor Beginn des Ramadan während predigte: “O ihr Menschen! Ein Monat, in dem sich die Qadir-Nacht (die Nacht der Bestimmung) befindet und wertvoller ist als tausend Monate zusammen, wirft nunmehr seinen Schatten auf euch. Gott hat das Fasten darin zur Pflicht und seine Gebete zur nafila erkoren. Wer in diesem Monat eine Pflicht vollbringt, ist wie jemand, der einem Sklaven die Freiheit schenkt und der siebzig Pflichten (zu anderen Zeiten) vollbringt. Dieser Monat ist einer, in dem der Lebensunterhalt des Gläubigen vermehrt wird. Wer einem Fastenden den Iftar(=Fastenbrechen) ermöglicht, bekommt dafür so viel Lohn wie einer, der einem Sklaven die Freiheit schenkt. Dieser Monat ist ein Monat der Geduld und Standhaftigkeit. Der Lohn für Geduld ist das Paradies. Auch ist es ein Monat von gegenseitiger Toleranz und Respekt." Die Gefährten hörten den Ausführungen des Gesandten (s.a.w.) zu und sagten dann: "Oh Gesandter Gottes! Nicht alle von uns haben genug, um einem Fastenden den Iftar zu ermöglichen." Der Gesandter Gottes (s.a.w.) antwortete daraufhin: "Diesen Lohn bekommt auch jener, der einem Fastenden den Iftar mit nur einer Dattel, einem Schluck Wasser oder Milch ermöglicht. Dies ist wahrlich ein Monat, dessen Anfang Barmherzigkeit, dessen Mitte Vergebung und dessen Ende Errettung von dem Höllenfeuer ist."

Liebe Muslime,

das Fasten im Monat Ramadan ist eine Reinigung, sowohl in materieller als auch in spiritueller Hinsicht. Der Lohn für Gottesdienste vervielfacht sich in diesem Monat, sodass der Genuss und die Spiritualität dieser Gottesdienste intensiver sin. Der Scheytan und seine Helfer werden in Ketten gelegt, so dass alle bösen Gedanken und Gefühle abstumpfen und alle gottgeleiteten Gefühle ihren Höhepunkt erfahren. Die Läuterung der Nafs, der Triebseele, geht am besten, indem man sich den Gottesdiensten hingibt und die Gehorsamkeit gegenüber Allah praktiziert.

Der Großgelehrte al-Imam ar-Rabbani schreibt in seinem Werk „Maktubat asch-Scharifa (die edlen Briefe)“ über die Bedeutung des Monats Ramadan die folgenden Zeilen: “Wem in diesem Monat zu Wohltaten und aufrichtigen Gottesdiensten verholfen wird, dem bleibt diese Hilfe das ganze Jahr über als Freund. Wenn aber dieser Monat in spiritueller Hinsicht in Unordnung verbracht wird, dann bleibt dieser Zustand das ganze Jahr über bestehen."

Dieser Monat ist eine Zeit der Barmherzigkeit, der Vergebung und des edlen Koran. In ihm wurde der Koran herabgesandt. Dies ist die wichtigste Besonderheit dieses Monats. Der hochgebenedeite Gesandter Gottes pflegte jedes Jahr im Ramadan den Koran von Anfang bis zum Ende zu rezitieren, also einen sog. khatim zu vollenden und der Engel Gabriel hörte ihm dabei andächtig zu. Diese Art des Rezitierens nennt man Muqabala. Daher ist dies eine Sunnah des Gesandten. Wer den Koran rezitieren kann, sollte selbst mindestens eine khatim vollenden. Wer dies nicht kann, soll sich an einen Ort begeben, wo die Muqabala organisiert wird und dem Kur'ân zuhören und dessen von Allah kommenden Laute in die Tiefen seiner Seele einwirken lassen. In diesen schwierigen Zeiten hat unsere Moschee dafür Online-Muqabala-Gruppen geschaffen, an denen jeder auch von zuhause aus teilnehmen kann.

In diesem Monat sollte jede/r Muslim/a anderen Menschen, vor allem SchülerInnenn und Studierenden des Koran und Bedürftigen einen Iftar spenden. Darüber hinaus die Zakat (die Läuterungsgabe) und die Fitr-Spende entrichten, sich fernhalten von Verfehlungen und Sünden, den Umständen entsprechend an Online-Sohbas teilnehmen, das Tarawih-Gebet verrichten und viele Bittgebete aufsagen.

Beenden wir unsere khutba mit einem von Abu Hurayra (r.a.) überlieferten Hadis: “Wer im Monat Ramadan fastet und daran glaubt und den Lohn von Allah dem Allerhöchsten erhofft, dem werden alle seine vergangenen Sünden vergeben.”

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