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Zuneigung für jene, die Allah liebt
09. Schawwal 1442 / 21. Mai 2021
Liebe Muslime,
in meiner Predigt spreche ich heute über die Liebe zu jenen Menschen, die der Liebe Gottes würdig sind.
Als Rasûlullâh (s.a.w) anfing Islam zu verkünden, beschuldigten ihn die Muschrikun (Beigeseller, Götzendiener), der Lüge und bedrängten ihn ständig mit immer neuen Drohungen und sogar Verfolgungen. All das, obwohl sie ihn seit seiner Kindheit kannten, seine Akhlaq schätzten und seine absolute Vertrauenswürdigkeit immer wieder betonten. Aber der hochgebenedeite Gesandte Gottes begegnete dem Leid und den Nachstellungen durch die Mekkaner mit Geduld und Standhaftigkeit, gab sich die größtmögliche Mühe, damit diese zum Glauben finden und wünschte niemals ihr Verderben – diese gleiche Haltung ist uns allen auch als Antwort auf die Bewohner der Stadt Tâif bekannt.
Gleichzeitig öffnete Gott die Herzen vieler Menschen gegenüber dem Islam, allen voran unsere ehrenvolle Mutter Hazrat Khadidscha, dann Hazrat Abu Bakr, Hazrat Ali, Hazrat Bilal – Möge Allah mit ihnen allen von ihnen zufrieden sein – und bescherte sie mit der Rechtleitung auf den Weg Allahs des Erhabenen und des Allerhöchsten. Aber die Feindschaft der Muschrikun gegenüber Rasûlullâh und seinen Gefährten wurde schlimmer und die Muslime litten unter den Verfolgungen und der daraus entstehenden Not. Nur der Trost durch die Koranversemes, die Allâh herabsandte, konnte seinem geliebten Propheten Kraft und Wegweisung verleihen. Mal gebot Allah standhaft zu sein und Geduld zu praktizieren und mal sich gezielt zu wehren. Aber die Botschaft war immer klar: Der Islam wird in naher Zukunft nicht mehr unterdrückt werden. Und so geschah es auch. Nach langen Jahren der Unterdrückung in Mekka und der Verteidigung in Medina, war es dem Propheten (s.a.w.) mit Hilfe Allahs gelungen, mit zehntausend Gefährten ohne Blutvergießen in Mekka einzuziehen. Dies war für die Muslime eine Befreiung und ein grandioser Sieg zugleich. Kurze Zeit später folgte der Abschied Resûlullahs (s.a.w.) von dieser Welt.
In diesen nur 23 Jahren der Anstrengung für die Sache Gottes wurde der Grundstein für die Dienste des Islâm gelegt, der bis zum jüngsten Tag anhalten wird.
In all den Jahrhunderten haben sich unsere Ulama (Gelehrte) und Awliya (Gottesfreunde) für den Dienst auf dem Wege des Islam, sprichwörtlich aufgeopfert – so wie der Gesandte (s.a.w.) es selbst tat. Sie schafften dies einzig und allein mit der aufrichtigen Hingabe an die Sunnah des Gesandten (s.a.w.); und mit unermüdlichem Fleiß.
Auf uns Muslime heute kommt deshalb eine sehr gewichtige Aufgabe zu: Diese Gelehrten und Gottesfreunde haben es verdient, wegen ihrer Anstrengungen auf dem Wege Allâhs respektiert, geliebt und mit guten Worten bedacht zu werden. Daher, verehrte Muslime, sollte es uns ein Gebot sein, diesen Menschen gegenüber Liebe zu empfinden und den Wunsch zu hegen, an ihrer Seite zu sein – in jedweder Hinsicht. Diese Liebe ist immens wichtig. Denn Rasulullah (s.a.w.) spricht in einem Hadis: “Der Mensch ist mit dem zusammen, den er liebt”. Daraus können wir schlussfolgern, dass eine Person, die jemanden liebt, auch am Jüngsten Tag mit ihr/ihm zusammen sein wird. Hierzu heißt es in der Sure al-Isra: “An jenem Tage werden Wir eine jede Gemeinschaft mit ihrem, ihrem Vorsteher, vorladen.”
Gerade aus diesem Grund ist es überaus wichtig zu erfahren, mit welchen Leuten Allah die Gemeinschaf in vielen Koranversen empfiehlt. Zum Beispiel heißt es in der Sare at-Tawba: “O die ihr den Glauben verinnerlicht habt, praktiziert Ehrfurcht vor Allah und seid mit den, mit den Aufrichtigen (zusammen).” In den Exegesen wird dieser Vers folgendermaßen erklärt: “Mit eurem Glauben, mit eurem Gelübte oder mit eurem Islam, sei es in Absicht, Wort oder Tat, steht immer zu den Aufrichtigen, entfernt euch ja nicht von ihrer Gemeinschaft und sucht ihre Freundschaft. Seid wie sie, aufrecht in eurem Wesen, aufrecht in eurem Wort und aufrecht in eurem Werk! Folgt ihnen!”

