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Erziehung und gutes Benehmen (adab) im Islam

16. Schawwal 1442 / 28. Mai 2021

Verehrte Muslime,

von einem Muslim, der Glauben, also Îmân und gute Taten, amel saliha in Ehren hält, wird verlangt, dass er sich an die Edeb, an die islamisch definierten guten Sitten hält. “Mich hat mein Herr erzogen. Und wie schön hat Er meinen Umgang gemacht.” Dies sind die Worte von Rasûlullâh (s.a.w.). Wir als seine Umma müssen, ob wir nun unter Leuten sind oder allein, die besten Sitten und das beste Benehmen an den Tag legen. Wie man zu solchen Sitten kommt und einen solchen Stand und wahren Anstand erreicht, ist keine große Frage. Denn Hazret Allâh (c.c.) verkündet uns, dass Rasûlullâh (s.a.w.) für uns “ein gutes Vorbild” ist. Wer auf die Rızâ-İlâhi bedacht ist und wer das Glück im Jenseits vor Augen hat, der soll den vorgezeichneten Weg gehen und sich die vorgelebten Eigenschaften zu Eigen machen.

Geschätzte Muslime,

einer der weiß, wie kostbar die Zeit ist, der kann und darf sie nicht sinnlos vertun. In all seinen Angelegenheiten sollte er Ordnung halten und Grundsätze befolgen. Auf keinen Fall sollte er Dinge halbherzig angehen und sein Leben von Unordnung bestimmen lassen. Planung und Vorsorge sollten zum Lebensverständnis eines Muslims gehören. Dazu gehört auch, zu wissen, dass Besonnenheit von Allâh ist, Eile jedoch vom Scheytan.

Um in der Gesellschaft geachtet und respektiert zu werden, sollten wir jede unserer Handlungen wohl überlegen und auf Reinheit und ein gepflegtes Äußeres bedacht sein. Mit einem unordentlichen und unästhetischen Äußeren in der Öffentlichkeit aufzutreten, um tewâzu, also Bescheidenheit zur Schau zu stellen, ist falsch verstandene tewâzu. Wie aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang der folgende Hadis-i Scherif Rasûlullâhs (s.a.w.): “Tragt eure beste Kleidung und pflegt euer Reittier; und fallt so unter den Leuten auf wie ein Muttermal.” Auch sollte man die Regeln des guten Benehmens berherzigen, wie zum Beispiel den Mund mit der Hand zu bedecken, wenn man gähnt; vermeiden zu schmatzen, wenn man isst; oder in drei Atemzügen zu trinken, wenn man ein Trinkgefäß leert; auch das Ausatmen in das

Trinkgefäß sollte man tunlichst vermeiden. Um Bereket, also Allâhs Segen und Fülle der Gaben zu erlangen, sollte man mit der rechten Hand geben und nehmen und auch beim Essen und Trinken die Rechte benutzen. Denn der Scheytan verrichtet derlei Dinge mit links. Ihm ein solches Verhalten entgegenzusetzen, bedeutet die Sunna Rasûlullâhs (s.a.w.) zu wahren und zu achten. Wenn man seinen Gästen Tee oder Kaffee reicht oder ein Zimmer betritt und die Anwesenden begrüßt, dann sollte man stets rechts beginnen.

Liebe Muslime,

der Islam erleichtert, erschwert nicht. So sollte auch ein Muslim seinen Glaubensgeschwistern die Dinge erleichtern, statt sie schwerer zu machen und Probleme zu verursachen. So heißt es im Hadîs- i Scherîf: „Erleichtert und erschwert nicht. Kündet frohe Botschaft und ekelt nicht.“

Menschen die den Îmân verinnerlicht haben, entwickeln automatisch Mitgefühl mit anderen Menschen, Tieren und allen Mitgeschöpfen. Denn sie streben nach dem Geheimnis des Hadis-i Scherif „Sei barmherzig gegenüber denen, die auf Erden sind, auf dass dir Barmherzigkeit erwiesen wird von denen, die im Himmel sind.“

Weiterhin sollte ein Muslim einem Glaubensbruder gegenüber seine Zuneigung kundtun, die er für diesen empfindet. Dies entspricht der Sunna Rasûlullâhs (s.a.w.). In einem Hadis-i Scherif spricht er: „Wenn einer von euch einen Glaubensbruder (um Allahs willen) liebt, so soll er ihn das wissen lassen. Denn dieses (Verhalten) ist besser für das (soziale) Zusammenwachsen und für die Beständigkeit der Liebe zueinander.“

Liebe Muslime,

ich habe versucht, ein wenig überblickshaft einige Edeb oder Formen der guten Sitte und Anstand im Islam darzustellen. Jeder Muslim ist aufgerufen, sich all dies anzueignen und weiter zu entwickeln, sie in seinem Leben zu verwirklichen und auch die Kinder danach zu erziehen. Rasûlullâh (s.a.w.) spricht dazu “Beschenkt eure Kinder und (erzieht) sie in guten Sitten, (zu gutem Benehmen.)”

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